Phytotherapie

„Gegen jedes Leid ist ein Kraut gewachsen!“

Diesen Spruch kennen wir alle.

Blumen Phytotherapie

Früher war die Kräuterheilkunde eine reine Erfahrungs- und Erprobungswissenschaft. Erfahrungen wurden unter anderem dadurch gesammelt, dass man  Tiere in ihrem Fressverhalten beobachtete.  Man sah wie kranke Tiere bestimmte Kräuter fraßen und ihr Zustand sich deutlich besserte. Diese Kräuter wurden dann zur Heilung von Kranken eingesetzt.

Auch heute fressen wildlebende Tiere Heilkräuter, um ihre Beschwerden zu lindern oder um Ihre Erkrankungen zu heilen. Ihre Instinkte und Erfahrungen haben sie über die Jahrtausende gelehrt, welche Pflanzen sie nutzen können. Auch ist es sehr interessant, dass eine vermeintliche „Giftpflanze“ zur rechten Zeit Krankheit heilen kann, obwohl sie dem Organismus eigentlich schaden würde, und Wildtiere ein Verlangen nach diesen Pflanzen haben, die sie, wenn sie gesund sind, meiden.

Über die Jahrhunderte beschäftigten sich Gelehrte, wie zum Beispiel Hippokrates, Paracelsus, Hildegard von Bingen oder Pfarrer Kneipp, um hier nur einige zu nennen, mit der Heilkraft von Kräutern. Klöstern bzw. den Mönchen haben wir es zu verdanken, dass alte Kräuterschriften gepflegt und abgeschrieben, und uns somit erhalten blieben.

Seit Anfang des 20.Jahrhunderts wird die Kräuterheilkunde als Phytotherapie (griechisch Phyto=Pflanze) bezeichnet.

Wenn man sieht wie stark Wirkungen von Kräutern sein können, halte ich nichts von Kräuterdauergaben, wie sie oft über Kräutermüslis an Pferde verfüttert werden.  Heilkräuter benötigt der Organismus nicht auf Dauer, nicht in großen Mengen und schon gar nicht in einer Vielzahl. Auch in Fertigfutter für Kleintiere findet man mittlerweile häufig „Kräutermischungen“.

Wissen um die Wirkung von Heilkräutern ist für ihre Anwendung unumgänglich. Um nur ein Beispiel zu nennen, ist die Urtica dioica/urens (Brennnessel) ein hervorragende Pflanze für eine Durchspülungstherapie bei Erkrankungen der ableitenden Harnwege, ABER kontraindiziert bei Ödemen durch Herz- oder Niereninsuffizienz.

 

Anwendungsmöglichkeiten der Phytotherapie

Innerlich

  • Getrocknete oder Frische Kräuter als Einzelkraut oder in Mischungen
  • Kräuter als Teezubereitung
  • Frischpflanzensäfte
  • Fertigpräparate

Äusserlich

  • Umschläge
  • Angussverbände
  • Salben
  • Öle